Stijn Devillé
Formsprache
Stijns Regiearbeit zeichnet sich durch eine klare Bildsprache, große Sprachsensibilität und feinsinnige Charakterzeichnung aus. Er analysiert gesellschaftliche Strukturen und die Art und Weise, wie wiedererkennbare, verletzliche Figuren mit ihnen in Konflikt geraten. Sein Werk zeichnet sich durch ethische Fragestellungen, tiefe moralische Ergriffenheit und scharfsinnige, rhythmische Dialoge aus.
In seinen Inszenierungen bringt er oft große Schauspielensembles mit außergewöhnlichen Musiker:innen zusammen und sucht nach der Schnittstelle zwischen Dialog und Musikalität. Innerhalb der oft harten Thematik sorgt Humor immer wieder für Auflockerung. Neben Produktionen für große und kleine Bühnen inszeniert Stijn auch Freilichtaufführungen an besonderen Orten.
Werdegang
Stijn Devillé (1974) ist ein belgischer Regisseur, Theatermacher und Dramatiker. Er ist Intendant von „Het nieuwstedelijk“, dem Stadttheater von Leuven, Hasselt und Genk. Darüber hinaus ist er Festivalleiter von „Shakespeare is dead“, einem internationalen Festival rund um zeitgenössische Dramaturgie, das abwechselnd in Amsterdam und Leuven stattfindet.
Als Regisseur, Theatermacher und Dramatiker arbeitete er regelmäßig an großen und kleinen Theatern und bei Festivals in Flandern und Europa: Operadagen Rotterdam, Zomer van Antwerpen, Theater Utrecht, Het Nationale Theater Den Haag, Staatstheater Mainz, Theater im Bauturm Köln und Théâtre Transversal Avignon. Von 1997 bis 2015 war er künstlerischer Leiter der Musiktheatergruppe Braakland/ZheBilding. Ende 2022 wurde er Intendant von „LOV2030 Leuven & Beyond European Capital of Culture“, wo er ab Ende 2026 als Gründungsintendant und künstlerischer sowie strategischer Berater tätig sein wird. Stijn ist außerdem Vorstandsmitglied des Brüsseler Opernhauses La Monnaie/De Munt und des Arbeitgeberverbands der Kunstbranche OKO. Er ist zudem Gründer verschiedener Kunstzentren in Leuven und Hasselt. Als Gastprofessor unterrichtet er gelegentlich am Königlichen Konservatorium Antwerpen, an der Theaterakademie Maastricht, an der LUCA School of Arts (Leuven) und an der RITCS School of Arts (Brüssel).
Auszeichnungen
2026
- Nominierung für YELLOWCAKE, LITTLE BOY für den Toneelschrijfprijs (Theaterautorenpreis)
2025
- Als Intendant Gewinner des Wettbewerbs „European Capital of Culture 2030“
2024
- Nominierung von MOOIE JAREN für die Ultima-Preise – Flämische Kulturpreise
- Longlist für den THeaterautorenpreis für MOOIE JAREN
2021
- British Eurodram Award für CONVERSATION WITH THE RAIN (UK)
- Fellow der Fakultät für Literaturwissenschaften – KU Leuven
2018
- Leuven MindGate Cross-Over-Preis für GESPREK MET DE REGEN
2017
- Fünfjährlicher Dramatikpreis der Königlichen Akademie der Niederländischen Literatur für HEZUCHT, ANGST & HOOP (HABGIER, ANGST & HOFFNUNG)
- Nominierung für den SABAM-Preis für HOOP (HOFFNUNG)
- Nominierung für den Kulturpreis der Provinz Limburg für „Het nieuwstedelijk“
2016
- Publikumspreis für LENI & SUSAN beim Internationalen StüMa-Festival – Heidelberg
2015
- Nominierung für den Eurodram Germany für HITLER IST TOT
2013
- Nominierung für den SABAM-Award für HEBZUCHT (HABGIER)
2011
- Flämischer Kulturpreis für darstellende Künste
- Zweijährlicher Kulturpreis der KULeuven
2009
- Toneelschrijfprijs (Theaterautorenpreis) für HITLER IST TOT – Den Haag (NL)